Tagebuch VI
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Tagebuch VI (ab 05.04.1999 bis 27.4.99, letzter Update: 15.1.2000)

*** Für eine grössere Version eines Bildes bitte auf das Bild klicken***

05.04.1999 -
07.04.1999

Positionen:

5.4.99
Nähe Laguna Colorado
21º54.41 S
67º59.75 W

Km-Stand:
174450

 

6.4.99
Laguna Canápa
21º29.69 S
68º00.29 W

Km-Stand:
174511

 

7.4.99
San Juan
20º53.98 S
67º45.99 W

Km-Stand:
174596

Die "Lagunen-Route"

Sofort nachdem wir aufgestanden sind, machen wir uns an die Besichtigung der Laguna Colorado. Die Kulisse ist wirklich wahnsinnig schön: Das Wasser ist spiegelglatt und die Wolken spiegeln sich im Wasser. Als die Sonne mehr und mehr steigt, scheint sich das Wasser durch die Algen (Feueralgen) immer mehr rot zu färben. Richtig kitschig...
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Natürlich tummeln sich Tausende von Flammingos im Wasser. Leider wollen sie partout nicht für ein Foto Modell stehen und alle Tricks versagen.
Nachdem ich fast 1 Stunde regungslos am Ufer gesessen bin, gelingt es mir noch, einen ca. 50m entfernten Flammingo zu fotografieren. Das ist aber schon die ganze Ausbeute des Tages.

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Wir sehen es schliesslich ein und fahren weiter. Anstatt den direkten Weg nach Uyuni zu nehmen, wählen wir eine etwas abenteuerliche Offroad-Piste, die uns zu verschiedenen Lagunen bringen soll.
Der Weg wird durch hunderte verschiedener Jeep-Spuren markiert. Jedes Fahrzeug wählt sich seinen eigenen Weg. Dort, wo die Geländeverhältnisse es nicht zulassen, dass mehrere parallele Spuren existieren, macht das Wellblech das Fahren zur Qual.

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Nach 20km Rüttelpiste geschieht das Unfassbare: Wir stossen auf einen intakten Wegweiser. Mit Hilfe des schweizerischen Alpenclubs (SAC) hat das Tourismusministerium tatsächlich Wegweiser aufstellen können. So erfahren wir sogar die Namen der Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeikommen.
Bei ein paar dieser Felsen richten wir auf 4650m unser Nachlager ein. Selbstverständlich gibt es vor dem Schlafengehen noch ein paar Kletterübungen...

Am nächsten Morgen bereitet uns der Unimog eine böse Überraschung. Der Motor springt so lange nicht an, bis die Fahrzeugbatterie leer ist. Da wir so ziemlich alleine sind und Anschieben aussichtslos ist, müssen wir die Fahrzeugbatterie mit Hilfe der Solaranlage langsam wieder aufladen. Nachmittags um 4 Uhr können wir dann tatsächlich weiterfahren.

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Die Wege verzweigen sich immer mehr und wir stehen plötzlich in der Pampa ohne zu wissen, wohin es gehen soll. Zum Glück haben wir ein GPS dabei, dass uns wenigstens eine ungefähre Richtung angibt. Bei einer der vielen Lagunen müssen wir unser Nachlager aufschlagen, da es schon eindunkelt.

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Heute schlägt die Strasse nochmals voll zu. Die spärlichen Spuren sind durch den Regen ausgewaschen worden. Dazu kommen ausgedehnte Steinfelder, die unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf 10km/h sinken lassen. So wird das Fahren zur Tortur.

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Der Vulkan Ollagüe verheisst das Ende der Rüttelpiste. Nach 2 weiteren Stunden erreichen wir den Salar de Ollagüe und kommen wieder etwas schneller voran. Der Ort Chiguana, der auf der Karte wichtig aussieht, entpuppt sich als ein verlassener Bahnhof, der nur noch als Militärcheckpunkt dient. Wir haben keine Probleme  diesen zu passieren.
Auf dem topfebenen Salar kommen wir problemlos noch bis nach San Juan, wo wir mit den anderen Schweizern, die wir unterwegs getroffen haben, das Wiedersehen feiern.

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08.04.1999 -
09.04.1999

Positionen:

8.4.99
Salar de Uyuni, Isla Incahuasi
20º14.46 S
67º37.63 W

Km-Stand:
174685

 

9.4.99
Salar de Uyuni, Isla Incahuasi
20º14.46 S
67º37.63 W

Km-Stand:
174685

Der Salar de Uyuni

Wir sind früh auf den Beinen, weil uns andere Touristen und deren Fahrer gesagt haben, dass es Wasser auf dem Salar hat und man deswegen nicht schnell fahren kann. Wir hören überhaupt recht abenteuerliche Dinge über den Salar: So muss man ihn scheinbar über einen Damm betreten - bzw. befahren, da die äusseren Regionen nicht sehr fest sind und Fahrzeuge einbrechen können. Dazu soll es tiefe Löcher geben, usw.....

Fest entschlossen uns dem Abenteuer zu stellen, machen wir uns auf die Socken. Nach 3 Stunden Rüttelpiste erreichen wir den Anfang des Salar mit dem besagten Damm. Der Fahrer des Touristenjeeps, der vor uns fährt, hält an und verziert seinen Kühler mit abgeschnittenen Büschen. Was das wohl zu bedeuten hat...?

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Wir folgen dem Damm ( Koordinaten 20º34.54 S, 67º32.89 W bei der Einfahrt in den Salar). Anfangs ist er trocken und natürlich total salzbedeckt. Nur tiefe, mit Wasser gefüllte Spuren zeugen davon, dass es Wasser hat.
2km weiter steht das Wasser zu beiden Seiten des Dammes aber bereits 50 cm hoch. Dann hört der Damm ganz auf und wir müssen ins Wasser fahren.

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Wir haben eigentlich keine Ahnung, wo sich die "Isla de Pescadores" - unser nächstes Ziel - befindet. Ich fühle mich wie der Kapitän eines Schiffes. Da wir keine Fixpunkte am Boden haben, kommt es uns vor, als ob wir am Ort stehen. Der Himmel spiegelt sich im Wasser und der Horizont verschwindet. Wir schweben....
Zum Glück fährt ein Jeep vor uns, den wir gerade noch als schwarzen Punkt am Horizont ausmachen können. Ohne ihn wären wir ziemlich aufgeschmissen, denn die "Insel" ist nicht auf der Karte verzeichnet.

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Nach und nach wird das Wasser seichter und wir wagen einen Fotohalt. Der Boden besteht aus scharfen Salzkristallen und es empfiehlt sich nicht, ohne Schuhe herumzulaufen. Das Wasser ist extrem salzhaltig und man könnte es direkt zum Spaghettikochen benutzen. Unser Unimog wird immer weisser und weisser.
Als wir weiterfahren, taucht bald am Horizont wirklich eine Insel auf und wir erreichen diese nach einer weiteren Fahrstunde

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Die Insel heisst in Wirklichkeit "Isla Incahuasi". Sie wird von den "Safari"-Unternehmen angefahren, weil hier die bessere Infrastruktur besteht. Alfredo, der Besitzer der Insel, hat einen kleinen Parcour zur Besichtigung der Insel hergerichtet und verkauft den Touristen Getränke. Die Insel hat keinen eigenen Wasservorrat und so muss Alfredo jeden Tropfen von einer 40km entfernten Quelle herbeitransportieren.
Nach einer Stunde Besichtigungszeit fahren alle anderen Jeep-Touren wieder weiter und wir sind mit Alfredo und seiner Familie alleine auf der Insel. Neben Frau und Sohn und Tochter gehören auch 2 Lamas und ein Adler zur erweiterten Familie.

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Als wir am Abend den Sonnenuntergang fotografieren wollen, versucht sich der immer hungrige Adler auch gleich beim Fangen einer Beute. Ob er sich da wohl nicht ein wenig übernommen hat?
Nach dem kurzen Intermezzo kommen wir in den Genuss eines prächtigen Sonnenunterganges. Durch die Spiegelungen im Wasser wird das Farbenspiel doppelt eindrücklich.
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10.04.1999

Uyuni, vor einem Hostal
20º27.95 S
66º49.6 W

Km-Stand:
174783

Vom Salar de Uyuni (Isla Incahuasi) nach Uyuni

Nachdem wir 2 Tage auf der Insel verbracht haben, müssen wir weiter. Der Weg nach Uyuni ist nach den Schilderungen von Alfredo wesentlich einfacher zu finden: Einfach den Spuren der Jeeps folgen und nicht in die Löcher fallen.

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Auf der Fahrt kommen wir auch prompt an solchen Löchern vorbei. Beat lässt sich nicht beeindrucken und braust einfach darüber. Ich habe mich vorsichtshalber schon mal auf Dach unseres Fahrzeuges gerettet (auch weil hier die Aussicht wesentlich besser ist).
Der Weg ist wirklich wesentlich einfacher zu finden und wir treffen bald beim Hotel Playa Blanca ein (20º19.84 S, 67º02.83 W). Das "Hotel" ist eine echte Sehenswürdigkeit, denn es wurde ganz aus Salzblöcken gebaut. In Eskimomanier hat der Erbauer die Salzblöcke mit einer Säge ausgeschnitten und aufeinander gestellt.

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Wir machen eine kurze Foto- und Getränkepause (die Coca-Cola ist Gott sei Dank nicht salzhaltig) und brausen dann weiter.
Der Damm, der uns wieder auf den festen Boden führt, ist einfach zu finden. Der Wegweiser zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Am "Ufer" des Salzsees sind überall Menschen damit beschäftigt, Salz abzubauen. Es wird zu Haufen zusammengeschoben und dann auf Lastwagen geladen. Diese machen einen etwas rostigen Eindruck, was in der Natur der Sache liegt. Bolivianische Autoverkäufer geben sicher keine 6 jährige Garantie gegen Rostschäden...

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Sobald wir wieder festen - oder besser trockenen -  Boden unter den Reifen haben, begrüsst uns wieder das Wellblech. Der Strassenbau scheint keine Paradedisziplin der Bolivianer zu sein und so kämpfen wir uns in 2 mühsamen Stunden nach Uyuni. Dort sitzen wir 2 Tage lang fest, weil,es natürlich Wochenende ist und wir dringend einen Stempel des Immigration Office brauchen.
Eine heisse Dusche (wir machen die erste Bekanntschaft mit dem berüchtigten elektrischen Durchlauferhitzer) und ein ausgezeichnetes Restaurant versüssen uns den Aufenthalt.

12.04.1999 -
13.04.1999

Positionen:

12.4.99
Nähe Ticatica, in der Pampa
20º04.84 S
66º13.02 W

Km-Stand:
174883


13.4.99
Potosí, auf einem Platz mitten in der Stadt

Km-Stand:
174986

Von Uyuni nach Potosi

Nachdem wir Opi Unimog in Uyuni vom Salzpanzer befreit und mit Öl aufgefüllt haben, geht es weiter Richtung Potosí. Obwohl wir uns immer auf über 3600m bewegen, ist es wesentlich grüner als noch in Chile.

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Die Bevölkerung lebt hier vom Ackerbau oder von den zahlreichen Minen, welche die Gegend verschandeln. In der Umgebung dieser Minen hat das Wasser auf alle Fälle sehr kreative Farben.
Selbst die entlegensten Winkel sind noch bewohnt und überall sieht man Steinwälle, welche die Felder begrenzen. Dadurch haben wir auch Mühe, einen ruhigen Platz für die Nacht zu finden.

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Unterwegs begegnen wir noch dem "Bus". Alte, klapprige Lastwagen fahren jeweils die Strecken zwischen den grösseren Ortschaften ab. Die Bauern, welche Ihre Produkte auf den Märkten verkaufen, steigen mit Sack und Pack ein. Zum Teil sieht das recht abenteuerlich aus, vor allem, wenn man an den Zustand der Strassen denkt.

Kurz vor Potosí kommen wir noch an eine Zahlstelle. Selbst für die ungeteerte, teilweise nur aus einer Spur bestehende Löcherpiste zwischen Uyuni und Potosí wollen die netten Herren Geld sehen. Zähneknirschend bezahlen wir...

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In Potosí treffen wir ein deutsches Paar mit einem Iveco wieder. Sie geben uns auch gleich einen Tip, wo wir bleiben können: mitten in der Stadt auf einem grossen Platz.

14.04.1999 -
16.04.1999

Positionen:

14.4.99
Nähe Sucre, neben der Strasse
19º33.03 S
65º15.3 W

Km-Stand:
175060


15.4.99, 16.04.99
Sucre, Hotel Sucre

Km-Stand:
175141

Von Potosi nach Sucre

Wir verzichten auf eine Besichtigung der Silberminen des berühmten Silberberges von Potosí (siehe Foto unten). Dafür besichtigen wir fast jedes Autogeschäft auf der verzweifelten Suche nach etwas Getriebeöl.

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Als unsere Suche trotzdem erfolglos bleibt, entschliessen wir uns, weiter Richtung Sucre zu fahren.
Obwohl wir es eigentlich für unmöglich gehalten haben, stossen wir auf eine bestens ausgebaute Teerstrasse, welche Potosí und Sucre verbindet. Natürlich geht auch hier nichts ohne Strassenzoll, aber in diesem Fall wissen wir wenigstens, wofür wir bezahlen.
16 Bolivianos kostet die erste Passage, die Quittung lautet nur auf 11 Bolivianos. Was ist anderes zu erwarten?

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Auch auf einer der seltenen, geteerten Strassen in Bolivien ist man nicht davor gefeit, sich nach einer Kurve plötzlich inmitten einer Tierherde wieder zu finden. Daneben sorgen Strassenzollposten (und sei es nur, um eine Quittung abzustempeln), Erdrutsche und Belagsschäden für eine abwechslungsreiche Fahrt.

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Die Gegend ist eigentlich nicht sehr fotogen. Wenn man aber plötzlich vor einer Burg mit dazugehöriger Hängebrücke steht, oder mitten in der Pampa am Strassenrand eine einsame Telefonkabine findet, dann lädt das doch zu einem Fotohalt ein.

Wir verbringen schliesslich 2 Tage in Sucre

17.04.1999 -
18.04.1999

Positionen:

17.4.99
Nähe Ravelo, neben der Strasse
18º47.98 S
65º35.26 W

Km-Stand:
175214

18.4.99
Nähe Pocoata, neben der Strasse
18º37.89 S
66º17.38 W

Km-Stand:
175335

Von Sucre Richtung La Paz

Es wir langsam Zeit, Richtung La Paz aufzubrechen, weil ich am 27. April heimwärts muss und wir nicht wissen, was noch vor uns liegt. Laut Karte führt eine 340 km lange "Fernverkehrsstrasse" von Sucre nach Oruro und von dort aus sind es nochmals ca. 200 km bis La Paz.
Wir finden die Strasse ziemlich schnell. Leider handelt es sich um einen ungeteerten "Feldweg", der unser Mobil wieder kräftig durchschüttelt. Das folgende Bild zeigt den Zustand im hinteren Teil unseres Mobiles nach 50km dieser Fernverkehrsstrasse.

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Wir haben angehalten, um nach Diesel zu fragen. Bei einem Haus ist gross angeschrieben, dass Diesel verkauft wird. Wir fragen nach:

"Guten Tag, verkaufen Sie Diesel?"
"Hallo, ja wir verkaufen Diesel."
"Wie teuer ist denn der Diesel?"
"1 lt. kostet 3 Bolivianos"
"Aha, kann ich 50 Liter kaufen"
"Ja klar"
"Gut, ich möchte 50 Liter Diesel kaufen"
"Tut mir leid, der Diesel ist gerade ausgegangen. Aber im nächsten Dorf...."

Die kleine Episode (die so wirklich stattgefunden hat) zeigt, dass hier selbst die normalen Abläufe nicht immer einfach sein müssen.
Wir fahren weiter und bekommen im nächsten Dorf - selbstverständlich nach einem ebenso langen Hin- und Her - den gewünschten Diesel.

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Die Strasse ist wirklich in einem erbärmlichen Zustand. Nach einem der kurzen aber heftigen Regenfälle wird es auch noch rutschig. Wir müssen warten, bis sich ein Lastwagen, der im Schlamm stecken geblieben ist, befreit hat und uns an einer Ausweichstelle passieren kann.
Aber nicht nur die Strasse macht einen schlechten Eindruck. Auf der Strecke zwischen Sucre und Oruro werden wir mehrmals offen um Geld angegangen. Die Kinder in den Dörfern fragen aggressiv nach Geld und auch die Leute, welchen wir an der Strasse begegnen wollen Geld von uns. Das haben wir so vorher noch nicht erlebt und wir fragen uns, ob das mit der Arbeit der Hilfswerke - die an den vielen aufgestellten Tafeln erkennbar sind - zusammenhängt?

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Wir suchen uns auf alle Fälle abgelegene Plätze für die Nacht. Das ist gar nicht so einfach, denn es scheint jeder auch noch so abgelegene Flecken landwirtschaftlich genutzt zu sein.

19.04.1999

Position:

Nähe Carracollo, in der Pampa
17º32.22 S
67º23.59 W

Km-Stand:
175540

Strassenbau in Bolivien

Wir sind früh aufgestanden, denn heute wollen wir bis Oruro kommen. Es hat die ganze Nacht ziemlich geregnet und es gibt überall Pfützen auf der Strasse. Nach dem Motto "stille Wasser gründen tief", sind wir vor vor allem bei grösseren Pfützen sehr vorsichtig. Schon nach 5 km müssen wir allerdings warten:

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Die Strasse ist durch einen Erdrutsch verschüttet worden. Das ist scheinbar nicht ungewöhnliches, denn schon kurze Zeit später taucht ein Trax auf und repariert das Ganze. Weitere 5km später gibt es nochmals das gleiche Spiel. Hier hat ein Bach so viel Schutt abgelagert, dass die Strasse unpassierbar ist. Ein weiterer Trax bringt auch das in Ordnung.
Die Baumaschinen scheinen - ähnlich wie bei uns Schneepflüge im Winter - nach jedem grösseren Regenfall die Strasse wieder passierbar zu machen. Das Befestigen des Hanges scheint zu aufwendig zu sein.

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Wir kommen jetzt viel schneller voran und erreichen gegen 4 Uhr Oruro. Die Strasse Richtung La Paz ist jetzt auch wieder asphaltiert, so dass das schlimmste Gerüttel ein Ende hat.
Weil die ganze Umgebung aus Feldern besteht, ist es für uns ziemlich schwierig einen Platz für die Nacht zu finden. Wir bleiben schliesslich auf einem Feldweg, 100m neben der Hauptstrasse.

20.04.1999

Position:

La Paz, Hotel Oberland

Km-Stand:
175723

Ankunft in La Paz

Wir sind wieder früh unterwegs und kurz nach 12 Uhr treffen wir - nachdem wir 200'000 Kontroll- und Zahlstellen passiert haben - in El Alto, der Stadt vor La Paz ein. Natürlich wird gerade die Hauptstrasse  durch die Stadt renoviert und wir müssen uns auf irgendwelchen Schleichwegen ins Innere kämpfen. Schliesslich finden wir die "Autobahn", welche nach weiter unten und damit ins Zentrum der Stadt führt.

Natürlich gibt es auch hier eine Zahlstelle. Die 3 Peso Gebühr sind kein Problem. Der nette Polizist, der uns anschliessend an den Strassenrand winkt dafür um so mehr. Er bemängelt unseren Auspuff, weil dieser scheinbar auf das Dach geführt werden muss. Ich steige aus und schreie so lange herum, bis er vom Auspuff abkommt und meint, wir hätten vorne keine Nummer. Ich zeige ihm die Nummer hinter der Windschutzscheibe und erkläre ihm, dass er an diesem Fahrzeug gar nichts zu bemängeln hat, weil wir auf Transit sind. Das scheint zu klappen, denn er möchte nur noch meinen Pass sehen und wünscht uns dann gute Fahrt.

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Wir durchqueren die Stadt und halten in einem Quartier an, weil wir eigentlich keine Ahnung haben, wohin wir sollen. Ein Taxifahrer gibt uns an, ins Nachbarquartier zu fahren und dort nach einem Platz zu suchen. In diesem Quartier findet Beat das Hotel Oberland und fragt dort nach einem Platz zum campieren.
Walter Schmid, der Besitzer des Hotels, bietet uns spontan an, auf seinem Parkplatz zu bleiben. Wir bocken den Unimog etwas auf, damit er gerade steht und richten uns häuslich ein.

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21.04.1999

Position:

La Paz, Hotel Oberland

Km-Stand:
175723

Besichtigung des "Teufelszahns"

Mit einer Amerikanerin, welche wir im Hotel kennengelernt haben, besichtigen wir den Teufelszahn, eine markante Erhebung, von der aus man einen guten Blick über die Stadt hat.

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Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns und es ziehen bald einmal dichte Wolken auf.

22.04.1999

Position:

La Paz, Hotel Oberland

Km-Stand:
175723

Besuch auf einem Lebensmittel-Markt in La Paz

Am Morgen ist schon um 6:00 Uhr Tagwache, weil wir mit Walter auf den Markt fahren können. Er kauft auf dem Markt den gesamten Lebensmittelbedarf für sein Hotel ein.

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Weil Walter Stammkunde ist, dürfen wir auch ungeniert Fotos schiessen. Er kauft fast immer bei den gleichen Frauen ein, weil dies auch einen Einfluss auf Qualität und Preis hat. Der Handel beruht auf gegenseitigem Vertrauen (wer sagt, dass unter der ersten Schicht Rüebli keine faule Ware ist) und wer Walter einmal betrogen hat, bekommt nie mehr einen Auftrag.
Die Ware wird in Säcke gefüllt und von Trägern, die sich hier verdingen, zum Auto geschleppt

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Neben einer Gemüse- und Früchtestrasse gibt es auch eine Brotstrasse, eine Kartoffelstrasse und einen Fleischmarkt.

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Insgesamt macht alles einen etwas chaotischen Eindruck. Die Stimmung ist aber fröhlich und ruhig und die farbenfrohen "Stände" machen den Besuch zu einem lohnenden Erlebnis.

23.04.1999 -
26.04.1999

Position:

La Paz, Hotel Oberland

Km-Stand:
175723

Ausruhen, Zusammenräumen und Packen

Die letzten Tag in La Paz benutzen wir dazu, unsere Habseligkeiten zu ordnen und den Unimog etwas aufzuräumen. Dazu müssen wir noch die Reise abrechnen, das Tagebuch auf Vordermann bringen, usw. ...

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Ich versuche krampfhaft, mein Gepäck zu reduzieren. 35 kg sind einfach zuviel und so fange ich an, alte Jeans zu verschenken, Schuhe auszumustern und umzupacken...

27.04.1999 Heimwärts

Heute ist es soweit. Wir nehmen ein Taxi und erreichen nach 40 abenteuerlichen Minuten den Flughafen von La Paz. Hier endet mein Abenteuer in Südamerika, während Beat Richtung Peru-Ecuador-Kolumbien weiterfahren wird

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Südamerika Ade - ich werde zurückkommen.